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Jane Austen_ Die schöne Cassandra
06.12.2013, 02:15
Miss Austen gewidmet mit Erlaubnis.

Widmung:

MADAM

Sie sind ein Phönix. Ihr Geschmack ist erlesen, Ihre Gesinnung ist nobel und Ihre Tugenden zahllos. Ihre Person ist reizend, Ihre Figur elegant und Ihre Gestalt majestätisch. Ihre Manieren sind vornehm, Ihre Konversation ist vernünftig und Ihr Erscheinungsbild einmalig. Falls Ihnen daher die folgende Erzählung einen Augenblick der Belustigung spendet, so wird jeder Wunsch erfüllt sein von

Ihrer untertänigsten,
bescheidenen Dienerin

DER AUTORIN

KAPITEL EINS

CASSANDRA war die Tochter, und die einzige Tochter, einer berühmten Hutmacherin in der Bond Street. Ihr Vater war von nobler Geburt; als ein naher Verwandter des Butlers der Herzogin von – –.

KAPITEL ZWEI

ALS Cassandra ihr sechzehntes Lebensjahr erreicht hatte, war sie reizend und liebenswert, und wagte es, sich zu verlieben in einen eleganten Schutenhut, den ihre Mutter gerade vollendet hatte. Gefertigt für die Gräfin von – –, setzte sie ihn sich auf ihren wohlgeborenen Kopf und spazierte aus dem Geschäft ihrer Mutter, ihr Glück zu machen.

KAPITEL DREI

DIE erste Person, der sie begegnete, war der Viscount von – –. Ein junger Mann, nicht weniger für seine Fähigkeiten und Tugenden berühmt als für seine Eleganz und Schönheit. Sie knickste und ging weiter.

KAPITEL VIER

DANN erreichte sie einen Pastetenladen, wo sie sechs Eis verschlang, sich weigerte dafür zu bezahlen, den Pastetenmacher niederstieß und wegging.

KAPITEL FÜNF

ALS Nächstes bestieg sie eine Hackney-Kutsche und befahl sie nach Hampstead, wo sie, kaum angekommen, dem Kutscher befahl umzudrehen und sie wieder zurückzufahren.

KAPITEL SECHS

ZURÜCKGEBRACHT an denselben Punkt derselben Straße, von dem aus sie aufgebrochen war, verlangte der Kutscher seine Bezahlung.

KAPITEL SIEBEN

SIE durchsuchte ihre Taschen wieder und wieder, doch jede Suche blieb erfolglos. Kein Geld konnte sie finden. Der Mann wurde bestimmter. Sie setzte ihre Haube auf seinen Kopf und rannte davon.

KAPITEL ACHT

DURCH viele Straßen kam sie dann und begegnete in keiner dem geringsten Abenteuer, bis sie beim Abbiegen um eine Ecke des Bloomsbury Squares auf Maria traf.

KAPITEL NEUN

CASSANDRA erschrak und Maria schien überrascht; sie zitterten, erröteten, wurden blass und gingen aneinander vorbei in beidseitiger Stille.

KAPITEL ZEHN

DANACH wurde Cassandra von ihrer Freundin, der Witwe, angesprochen, die sie, ihren kleinen Kopf durch ihr noch kleineres Fenster quetschend, fragte, wie es ihr ginge. Cassandra knickste und ging weiter.

KAPITEL ELF

EINE viertel Meile trug sie zu ihrem elterlichen Dach in der Bond Street, von dem sie nun beinahe sieben Stunden fern gewesen war.

KAPITEL ZWÖLF

SIE trat hinein und wurde an ihrer Mutter' Busen gedrückt von dieser würdigen Frau. Cassandra lächelte und flüsterte sich selbst zu: »Dies ist ein Tag, wohlverbracht.«

FINIS

*

Spottende Lobrede über eine junge Freundin

In metrischem Verse werd' ich nun studier'n
Die Reize der lieblichen Anne:
Und, als erster, ihr Geist ist unbegrenzt
Wie jegliche weite Savanne.

Der See von Ontario trefflich entspricht
Ihrer Phantasie, die weit bespannt:
Der Umfang mag sein, bei genauer Sicht
Als fünfhundert Meilen erkannt.

Ihr Witz ergeht über Feind und Freund
Wie der gerühmte Fall Niagara;
Und Reisende starren in wildem Erstaunen,
Und alle zusammen, sie lauschen.

Ihr Urteil solide, dicht, schwarz, fundiert,
Wie transatlantische Haine,
Spendet es Hilfe und freundlichen Schatten
Allem, das in ihm schweife.

Soll sein derart definiert ihr Verstand
Ist Amerika zu schwach,
Und alles, was groß ist, in dem großen Land
Im Vergleiche stünde es nach –

Oh, wie kann ich ihre Person probier'n
Zu zeichnen und porträtieren?
Wie malen das Antlitz, die Form wie zieh'n
In welchen diese Tugenden liegen?

Eine andere Welt muss werden entrollt,
Eine andere Sprache gesprochen,
Eh' Zung' oder Ton wohl können verbreiten
Ihre Reize aus Fleisch und Knochen.

(In der englischen Originalfassung heißt der weibliche Name »Anna« – wohl die Nichte, Tochter ihres ältesten Bruders James.)

*

Ich erkläre, letzten Endes gibt es keinen Genuss wie das Lesen!

aus Stolz und Vorurteil
Категория: Стихи на немецком | Добавил: alexlat
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