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Adolf Hitler
05.12.2013, 20:33
Adolf Hitler 

 Deutscher Reichskanzler (1933-1945) und Fuhrer der NSDAP

Hitlers Jugendjahre (1889-1918)

Adolf Hitler wurde am 20.4.1889 als Sohn eines Zollbeamten in Braunau am Inn in Osterreich geboren. Er wuchs in Braunau, Passau, Linz und in Leonding bei Linz auf. Zwei Jahre nach dem Tod seines Vaters brach er 1905 den  Besuch der Realschule ohne Abschlu? ab. Von 1905 bis 1907 lebte er ohne Ausbildung und Beruf mit finanzieller Unterstutzung seiner Mutter in Linz. Im

September 1907 ging Hitler nach Wien, um die Allgemeine Malschule an der Akademie der Bildenden Kunste zu besuchen. Er scheiterte jedoch zweimal an der Aufnahmeprufung. Er fuhrte auch in Wien ein bohemehaftes Leben und bezeichnete sich als „Schriftsteller" und „Kunstmaler". Im Gegensatz zu seinen Darstellungen in "Mein Kampf" mu?te er sich nicht als Hilfsarbeiter verdingen. Er lebte nach dem Tod seiner Mutter im Dezember 1907 von einer Rente sowie Zuwendungen seitens seiner Familie. Von 1908 bis 1913 wohnte er in Obdachlosen- und Mannerwohnheimen. Wahrend seiner Zeit in Wien kam Hitler mit extremem antisemitischem und nationalistischem Gedankengut in Kontakt. Er eignete sich dies ebenso an wie seine Abneigung gegen Marxismus und Liberalismus. 1913 zog er nach Munchen, um sich dem osterreichischen Militardienst zu entziehen, mu?te jedoch zur Musterung zuruckkehren, als er von den osterreichischen Behorden in Munchen aufgespurt wurde. Fur untauglich erklart meldete er sich jedoch ein Jahr spater freiwillig zur Front. Seit dem Beginn des 1.Weltkrieges diente er freiwillig bei dem bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment 16 als Meldeganger. Sein militarischer Rang uberstieg nie den eines Gefreiten, jedoch wurde er mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen ausgezeichnet. Die Kriegserlebnisse pragten Hitler entscheidend. Die militarische Hierarchie sollte sich im Fuhrerprinzip wiederfinden, die Erfahrung der Gemeinschaft in seiner Auffassung von der „Volksgemeinschaft". Vom Abschluss des Waffenstillstandes erfuhr Hitler, vorubergehend durch Giftgas erblindet, im November1918 in einem Lazarett in Pommern. Einer verbreiteten Meinung entsprechend verstand er die Kapitulation als Dolchsto? von Juden und Marxisten.

 

Der politische Aufstieg Hitlers

Nach Ende des Ersten Weltkrieges blieb Hitler zunachst in der Reichswehr, die ihn fur nationalistischen Schulung der Soldaten und als politischen Informanten einsetzte. In dieser Funktion besuchte er im September 1919 die Versammlung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP). Wenig spater wurde er aufgenommen und entwickelte sich rasch zu ihrem Versammlungsredner und Propagandachef. Im Februar 1920 benannte sich die DAP in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) um. Hitler wirkte fortan als „Trommler" der Partei und formte sie innerhalb kurzer Zeit zu seiner Parte, der „Hitlerbewegung" um. Auf Kundgebungen und Massenveranstaltungen agitierte er demagogisch geschickt gegen den Vertrag von Versailles und die Weimarer Republik. Damit verschaffte er seiner Partei gro?en Zulauf. Am 29.7.1921 wahlte man ihn zum Vorsitzenden der NSDAP und er erhielt diktatorische Vollmachten. Am 1./2.9.1923 grundete Hitler zusammen mit General a.D. Erich Ludendorff aus mehreren rechtsradikalen Gruppierungen in Nurnberg den Deutschen Kampfbund. Mit diesem Bund unternahm Hitler am 8.11.1923 den Versuch, die Macht in Bayern zu erringen und durch einen Marsch auf Berlin die Reichsregierung zu sturzen. Die erhoffte Unterstutzung durch die gleichgesinnte bayerischen Regierung unter Ritter von Kahr blieb jedoch aus und der Putsch wurde vor der Munchner Feldherrnhalle niedergeschlagen. NSDAP, SA und Volkischer Beobachter wurden verboten. Den Hochverratsprozess wegen dieses Vorfalles (vom 26.2.bis 1.4.1924) nutzte Hitler propagandistisch fur sich und seine Partei. Das Urteil vom 1.4. setzte lediglich funf Jahre Festungshaft fest. Hitler wurde aber bereits am 20.12.1924 aus der Festung Landsberg am Lech vorzeitig entlassen. Wahrend seiner Haft verfasste Hitler den ersten Band von "Mein Kampf". In diesem sowie im Ende 1926 konzipierten zweiten Band formulierte Hitler seine zentralen Ziele und Uberzeugungen: Antibolschewismus, Radikaler Antisemitismus sowie die Schaffung von Lebensraum im Osten. "Mein Kampf" erreichte bereits vor 1933 sehr hohe Auflagen. Die darin veroffentlichten Zielvorstellungen wurden jedoch allgemein stark unterschatzt. Am 26.2.1925 wurde die NSDAP wiederbegrundet und Hitler ubernahm die Fuhrung. Er baute sukzessive seine Fuhrungsposition in der Partei aus. Bei den Reichstagswahlen vom 14.9.1930 gewann die NSDAP 18,2 Prozent der Stimmen. Nur einen Tag nach der Wahl erklarte Hitler, dass ihm eines Tages die Macht von selbst zufallen werde, und zwar auf legalem Weg. Am 11.10.1931 schlossen sich NSDAP, DNVP und weitere rechtsgerichtete Gruppen zur Harzburger Front zusammen. Das Bundnis war zwar wegen vieler Differenzen zwischen den Parteifuhrern politisch kaum wirksam, machte aber Hitler fur die Industrie interessant. Im Marz 1932 kandidierte Hitler bei den Reichsprasidentenwahlen, unterlag aber im ersten Wahlgang mit 30,23 Prozent der Stimmen, in zweiten Wahlgang mit 36,68 Prozent dem Amtsinhaber Paul von Hindenburg. Bei den Wahlen zum Reichstag am 31.7.1932 wurde die NSDAP nicht zuletzt aufgrund der Wirtschaftskrise mit 37,4 Prozent zur starksten Fraktion. Eine Regierungsbeteiligung lehnte Hitler jedoch ab, da er selbst die Regierung ubernehmen wollte. Bei den Wahlen vom 6.11.1932 verlor die NSDAP zwar uber vier Prozent, blieb aber weiterhin starkste Kraft. Am 30.1.1933 wurde Hitler, unterstutzt vom ehemaligen Reichskanzler Franz von Papen, vom Reichsprasidenten zum Reichskanzler ernannt.

Hitler und das nationalsozialistische Regime

Der neuen Reichsregierung gehorten zunachst nur drei Nationalsozialisten an. Dies waren neben Hitler selbst Hermann Goring und Wilhelm Frick. Es gelang ihm innerhalb kurzer Zeit eine Diktatur zu errichten. Erster Anlass bot der Reichstagsbrand vom 27.2.1933: Das auf Hitlers Veranlassung vom Reichsprasidenten am 28.2.erlassenen Gesetz zum Schutz von Volk und Reich setzte auf Dauer die in der Weimarer Verfassung garantierten Grundrechte au?er Kraft. Schon in der Nacht zum 28.2. setzte eine gro?e Verhaftungswelle ein, der Kommunisten, intellektuelle Linke, Sozialdemokraten und Anarchisten zum Opfer fielen. Das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich vom 24.3.1933, das so genannte "Ermachtigungsgesetz" schuf mit der Aufhebung der Gewaltenteilung die Grundlagen fur den Aufbau eines autoritaren, auf Hitler ausgerichteten Herrschaftssystems. Zeitgleich richtete die SA die ersten Konzentrationslager zur Internierung politischer Feinde ein. Nach der Beseitigung der politischen Opposition schaltete Hitler im Rahmen des sogenannten "Rohm-Putsches" am 30.6.1934 die innerparteiliche Opposition aus als er mit Hilfe von SS und Reichswehr in einer blutigen Mordaktion Ernst Rohm und andere fuhrende SA-Manner ermorden lies. Durch das Gesetz vom 3.7. wurde die Aktion nachtraglich als Staatsnotwehr fur rechtma?ig erklart. Die SA verlor damit hren selbstandigen Status und die SS wurde Hitler direkt unterstellt. Nach dem Tod Hindenburgs wurde Hitler am 2.8.1934 auch Reichsprasident und wurde damit „Fuhrer und Reichskanzler". Die Wehrmacht wurde nun auf ihn und nicht mehr auf die Verfassung vereidigt.

Nach der erfolgten Gleichschaltung der Lander, Organisationen und Parteien konzentrierte sich Hitler auf Au?en- und Rassenpolitik. Die Nurnberger Gesetze vom 15.9.1935 erhielten Diskriminierung und Verfolgung der Juden, die in der Reichspogromnacht vom 9.11.1938 erstmals eskalierten. In der Au?enpolitik zielte Hitler zunachst auf eine Revision des Versailler Vertrags und damit auf Wiederherstellung der deutschen Machtposition in Europa. Sein erster Erfolg auf diesem Gebiet war nach einer Volksabstimmung im Januar 1935 die Ruckkehr des Saarlandes zum Deutschen Reich. Es folgte die Wiedereinfuhrung der allgemeinen Wehrpflicht im Mai 1935 und eine massive Aufrustung der Wehrmacht. Die militarische Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes am 7.3.1936 blieb ungestraft durch die Siegermachte des Ersten Weltkrieges.

Im Oktober 1936 trat der erste Vierjahresplan in Kraft mit dem Ziel die Kriegsfahigkeit der deutschen Armee und Wirtschaft innerhalb von vier Jahren sicherzustellen. 1936 leistete das Hitler Franco im Spanischen Burgerkrieg militarische Hilfe. Ende 1936 erfolgte die Errichtung der Achse Berlin-Rom zwischen dem faschistischen Italien unter Benito Mussolini und dem nationalsozialistischen Deutschland. Vor hohen Wehrmachtsoffizieren formulierte Hitler am 5.11.1937 seine Risikopolitik und konkretisierte seine au?enpolitischen Plane, die alle auf die Schaffung von Lebensraum in Europa ausgerichtet waren. Erstes Ziel sollte der Anschlu? Osterreichs und die Niederwerfung der Tschechoslowakei sein. Mit dieser Planung provozierte Hitler jedoch den Widerspruch des Reichskriegsministers Werner von Blomberg und des Oberbefehlshabers des Heeres Werner von Fritsch. Unter konstruierten Umstanden wurden beide Anfang 1938 im Zuge der "Blomberg-Fritsch-Krise" entlassen. Um seine Macht auf die Wehrmacht auszudehnen ubernahm Hitler am 4.2.1938 selbst als Chef des neu geschaffenen „Oberkommandos der Wehrmacht" (OKW) den Oberbefehl. Begunstigt wurde die aggressive Au?enpolitik durch die Appeasement Politik der europaischen Machte, allen voran Gro?britannien. So gelang ungehindert am 12.3.1938 der Anschluss Osterreichs und am 29.9.1938 im Munchner Abkommen die Abtretung des Sudetenlandes an Deutschland.

Als Hitler am 15.3.1939 unter Bruch des Munchner Abkommens Bohmen und Mahren besetzen und zum Reichsprotektorat erklaren liess, war er damit fur jeden sichtbar zu einer imperialistischen Expansionspolitik ubergegangen. Zur deren Absicherung schloss er am 22.5.1939 mit Mussolini ein Militarbundnis, den Stahlpakt, und am 23.8.1939 uberraschend einen Nichtangriffspakt mit Stalin. Das enthaltene geheime Zusatzabkommen teilte Ostmitteleuropa in ein deutsches und ein sowjetisches Interessengebiet. Der Angriff auf Polen am 1.9.1939 loste schlie?lich den 2.Weltkrieg aus, als dessen Ziel Hitler die Schaffung von „Lebensraum" im Osten sowie die „Losung der Judenfrage" in Europa erklarte. Schon am 31.1.1939 hatte Hitler in einer Reichstagsrede „die Vernichtung der judischen Rasse in Europa" im Rahmen eines Weltkrieges angekundigt sowie in dem von ihm stark beeinflu?ten antisemitischen Propagandafilm "Der Ewige Jude".

Der 2. Weltkrieg

Mit den erfolgreichen „Blitzkriegen" gegen Polen (1.9.1939), Danemark und Norwegen (9.4.1940) sowie die Niederlande, Belgien und Frankreich (10.5.1940) zog Hitler die deutschen Militars auf seine Seite. Im Zuge der Vorbereitung des Angriffs auf die Sowjetunion erlie? er am 13.3.1941 eine OKW-Weisung zur Aufstellung von Einsatzgruppen und am 6.6.1941 den so genannten „Kommissar-Befehl" zur Behandlung der politischen Kommissare der Roten Armee. Mit beiden Befehlen wurden die Ziele Hitlers offengelegt: Die Fuhrung eines rassischen und ideologischen Vernichtungskrieges. Ohne Widerspruch seitens der Militars erfolgte am 22.6.1941 der Angriff auf die Sowjetunion. Der SS unterstellte Einsatzgruppen begannen in den besetzten Gebieten sogleich mit der systematischen Vernichtung der Juden, Sinti und Roma und anderer rassisch und politisch Unerwunschter. Als der deutsche Vormarsch im Spatherbst sich verlangsamte, ubernahm Hitler am 19.12.1941 selbst den Oberbefehl uber das Heer und bestimmte nun immer mehr auch die einzelnen militarischen Operationen. Nach dem Uberfall auf Pearl Harbor hatten die USA am 8.12.1941 Japan den Krieg erklart. Daraufhin erklarte das Deutsche Reich, seit 1940 mit Japan im Dreimachtepakt verbundet, am 11.12.1941 den USA den Krieg. Hitler versuchte mit diesem Schritt eine Niederlage Japans und eine Konzentration der US-amerikanischen Kriegsfuhrung auf Deutschland zu verhindern, um die Sowjetunion doch noch zu schlagen. Nach einigen Erfolgen an der Ostfront im Fruhjahr/Sommer 1942 begann sich ab Ende 1942/Anfang 1943 eine deutsche Niederlage immer deutlicher abzuzeichnen. Die Niederlage bei Stalingrad im Februar1943 markierte den Wendepunkt des Ostkrieges. Dennoch lie? er den Krieg und seinen Vernichtungsfeldzug gegen die Juden fanatisch weiterfuhren. Im Zuge des gescheiterten Attentats vom 20.7.1944 lie? Hitler, die Widerstandler mit Hilfe des Volksgerichtshofes brutal ermorden. Der innenpolitische Terror intensivierte sich nochmals. Noch am 19.3.1945 ordnete er mit dem so genannten „Nero-Befehl" die Zerstorung aller lebenswichtigen Produktionsanlagen an, da nach seiner Auffassung das deutsche Volk gescheitert war und damit sein Existenzrecht verwirkt hatte. Am 29.4.1945 ernannte Hitler Admiral Karl Donitz als Nachfolger und verfasste sein politisches Testament. Er betonte darin die Notwendigkeit der Vernichtung der europaischen Juden. Am 30.4. nahm er sich zusammen mit seiner Frau Eva Braun im Fuhrerbunker der Reichskanzlei in Berlin das Leben.
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